Zivildienst - ein Rückblick

9 Monate, das sind (in meinem Fall) 273 Tage. Eine lange Zeit, wenn man so will.
Warum habe ich das Rote Kreuz gewählt? Was erlebt man in 9 Monaten Rettungsdienst? Welche Erinnerungen bleiben hängen? Gute Fragen, die ich mir mit diesem Post von der Seele schreiben möchte, wobei, dass hört sich doch etwas zu negativ an. Was solls ;)


Montag der zweite Februar 2015

Ich wusste dieser Tag würde kommen, ich habe nur nicht damit gerechnet das 7 Monate, die ich vor dem Zivildienst in einer Firma gearbeitet habe, so schnell vergehen können. Die Nacht hatte ich natürlich kaum geschlafen, wie auch, immerhin wartete wiedereinmal etwas neues und unbekanntes auf mich. Glücklicherweise hatte meine Mutter eingewilligt am ersten Tag des Zivildienstes mit zur, mehr oder weniger, "Einschulung" in das kleine Dörfchen Laubegg (in der Nöhe von Leibnitz) zu kommen.

Da stand ich dann also, in Laubegg, neben zrika 100 anderen, die selbst auch keinen wirklichen Plan hatten, was in den nächsten Stunden, dieses ersten Zivildiensttages, passieren würde.

Nach einigen Stunden war das ganze aber auch vorbei. Neben der Dienstuniform wurde uns auch der Plan der nächsten Wochen vorgestellt.

Dienstag der dritte Februar 2015

Immer noch ein wenig unausgeschlafen und müde begann der Tag, so wie der vorherige (und auch die nächsten) um 8 Uhr in Laubegg, in einem Unterrichts-Saal.
Neben sehr viel Theorie und dem gleichen ausmaß an Praxis wurden uns die Grundkenntnisse der Menschlichen Anatomie und des Körpers gelehrt. Neben den "typischen" Krankheitsbilder wurde uns auch erklört, welche Rechtlichen Grundlagen es im Rettungsdienst bzw. Sanitätsdienst gibt. Natürlich durfte auch ein eigener Vormittag über Hygienemaßnahmen und Desinfektion nicht fehlen. Auch Persönlichkeitsbildung und der Umgang mit Menschen war ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung.

der Rest des Februars und der März

Nach 160 Theorieeinheiten in Laubegg ging es Anfang März das erste mal auf die Dienststelle.
Am ersten Tag nach der theoretischen Ausbildung denkt man erstmal, man ist nur auf der Dienststelle und es wird einem erklärt was wo ist und wer wer ist. Denkste.

Uns wurde zwar schon erklärt was wo und wie wer, aber dann ging es auch direkt ins Praktikum. Ich hatte das Glück gleich gute 7 oder 8 Stunden mitfahren zu können.
Und wie könnte es auch anders sein, natürlich am ersten Tag es Praktikums, komplett neu, schüchtern und unerfahren,

die erste Blaulicht fahrt.

Die Meldung lautete, sofern ich mich richtig erinnere: "Verkehrsunfall mit 6 leicht Verletzen". Wir sind als zweiter RTW (Rettungswagen) hingeschickt worden. Ein anderer und die Polizei waren bereits vor Ort.
Also runter in die Grage und rein in Auto. Als Praktikant hat man zu beginn das Vergnügen erstmal im Auto hinten zu sitzen, also gegen die Fahrtrichtung. Mein Puls war zu diesem Zeitpunkt wohl jenseits von gut und böse, aber dennoch muss ich im nachhinein zugeben, das ich Froh bin, an diesem ersten Praktikumstag, meine erste "Blau-Fahrt" hinter mich gebracht zu haben.

Zurück zur Anfahrt. Wir waren, ich muss zugeben ich weis es nicht mehr, einige Minuten unterwegs und trafen dann, wie schon erwähnt als zweiter RTW am Unfallort ein.

Drei Autos sind sich nacheinander Aufgefahren. Man kann sich das so vorstellen (und so war es auch) Auto A will Traktor X überholen (auf einer Strecke wo man nicht wirklich überholen kann). Auto B schließt sich Auto A an. Dann kommt noch Auto C und will auch "mitüberholen" und es kam natürlich was kommen musste. Auto A kommt etwas anderes entgegen und Auto A macht eine Vollbremsung. Auto B ist zu nah an Auto A und fährt diesem auf, selbiges mit Auto C auf Auto B. Glücklicherweise ist niemanden etwa schlimmes passiert obwohl Auto B einige Zentimeter an länge verloren hat.

Damit aber genug zur ersten "Blau-Fahrt".

Der Rest des Praktikums

Verlief eigentlich relativ "normal"? Kann man das so sagen? Die ein oder andre "Blau-Fahrt" und sonst "nur" normale sanitätsdienstliche Fahrten.

Die Prüfung zum Rettungssanitäter

War wiederum einen Monat später, genauer gesagt Anfang April 2015. Natürlich, wie vor jeder andren Prüfung auch, fing einige Tage davor der Stress an.
Aber am Prüfungstag selbst, war ich eigentlich relativ ruhig. Viele der ca. 100 Anwerber stellten sich zuerst zu den praktischen Prüfungen bzw. Prüfern. Ich habe natürlich meine Chance gesehen und habe erstmal die theoretischen Teile abgeschlossen. Erst danach musste ich mich nur mehr kurz für die praktischen Teile anstellen. Im ganzen war die Prüfung durchaus schaffbar, und ich bin auch mit ausgezeichnetem Erfolg durchgekommen. Nach zirka zwei oder drei Stunden ging es wieder zurück auf die Dienststelle um den Erfolg kund zu tun. Der wurde natürlich mit zwei darauffolgenden Tagen Hausdienst belohnt (Der einzige Hausdienst den ich je im Rot-Kreuz-Dienst machen musste).

Die Zeit nach der Prüfung

Verging rasend schnell, und so bin ich nun hier und schreibe diesen Bericht vier Tage nach ende meines Zivildienstes.

Am Schluss

Möchte ich noch ein danke an alle Kollegen / Kolleginnen richten, die mit mir die letzten 9 Monate verbracht haben. Es war eine Wundervolle Zeit, an die ich mich auch noch in Jahren mit Freude erinnern werde.

Ein herzliches danke fürs lesen und bis dann!

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