Philipp Kommentiert E7

It is Sunday again and I’m a little bit late with my podcast preparation. It was a busy week and I didn’t have time to prepare something. Luckily a topic I have in my Evernote notes got explosive this week again. Tax.

Episode 7 - Steuerdschungel der Gastronomie

Philipp Kommentiert. Kommentare zu aktuellen Geschehnissen.

---

Auch diesmal spreche ich über ein Thema das bereits vor einem Monat aktuell war, durch die Regierungsklausur in dieser Woche aber noch aktueller wurde. Für die “später höhrer”, es geht um die Klausur der Woche startend mit 15. Juni 2020.

Konkret geht es um die Steuersenkungen im Gastronomiebereich.

---

Im Mai diesen Jahres schrieb der Standard einen Artikel über die geplanten Steuersenkung bei alkoholfreien Getränken von 20% Umsatzsteuer auf 10%. Zusätzlich soll die Schaumweinsteuer komplett abgeschafft werden. Beides mit Begrenzter Laufzeit ab Juli.

Die Erleichterung soll nicht and Gäste weitergegeben werden, wodurch die Wirte 10% mehr Einnahmen beim Getränkeverkauf bleiben würden. Der Standard hat bei der Präsenation bei Bundeskanzler Kurz nachgefragt ob vielleicht die Härtefällefonds und Hilfsfonds zu bürokratisch oder vielleicht zu langsam wären?

Kurz wird dazu wie folgt Zitirt: “Entlastungen bringen nichts, wenn Betriebe mangels Liquidität zusperren müssen”. Zitat Ende. Das könnte man jetzt als umsprochene Zustimmung zur Fragestellung sehen. Ich maße mir hier aber nicht an Kurz zu interpretieren.

Im Artikel kommt Thomas Altendorfer, der unter anderem Restaurantbesitzer in Linz ist, zu worte. Er bezeichnet das Paket als “Tropfen auf dem heißen Stein”, Zitat Ende. Weiters meint er die Erleichterung komme in erster Linie Fastfood-Ketten zugute, da diese in erster Linie alkoholfreie Getränke servieren.

Die Annahme besteht also das die Mehrheit der Write ein Bier zum Schnitzel oder ein Glas Rotwein zum Steak serviert, anstelle eines Soda Zitron oder einer Cola.

Ob jetzt mehr alkoholische Getränke konsumiert werden oder nicht alkoholische, darüber gibt es mit sicherheit Studien und man könnte Stundenlang darüber diskutieren.

Es gibt aber eine weitere Problematik, zu dem der Standard Oliver Fritz vom Wirtschaftsforschungsinstitut, kurz Wifo, Zitiert: “Das Steuersystem wird immer komplexer, wenn man für einzelne Branchen Regelungen und Ausnahmen schafft”. Zitat Ende.

Steuerberater und Lohnverrechner zerbrechen sich derzeit schon die Köpfe über die Kurzarbeitsabrechnung. Ich meine gelesen zu haben, das teilweise Firmen per Hand abrechnen, da die Softwarefirmen aufgrund der regelmäßigen Änderungen der Regierung noch kein Produkt zur Verfügung stellen konnten.

Seit der Registrierkastenpflicht heißt das aber auch, das jeder Gastwirt, jedes Restaurant auch ein Update für ihr Kassensystem braucht.

Die Meldung stammt, wie erwähnt, aus dem Mai. Die Regierung dürfte sich die Kritik angehört haben und kam damit in der neuerlichen Regierungsklausur zu einer neuregelung. Ein Witz am Rande, bereits Entwickelte Softwareupdates sind wohl wieder hinfällig.

In der Klausur wurde beschlossen die Umsatzsteuer in mehreren Bereichen, unter anderem in der Gastronomie, auf 5% zu senken. Abgesehen davon das wohl die EU-Komission zu dieser neuregelung zustimmen muss, haben wir erneut massiv arbeit für Softwareentwickler geschaffen.

Eine eigentlich beschlossene Regelung für die Gastronomie, die fast einen Monat bestand hatte, wird wieder umgeschmissen. Auch wenn die neuregelung einfacher umsetzbar sein sollte, da es alle Produkte in der Gastronomie betrifft und nicht mehr einzelne, ist dennoch die vermeintliche Arbeit eines Monats Umsonst gewesen.

Da stellt sich mir die Frage wer diesen mehraufwand an Entwicklungsleistung bezahlen soll? In erster Linie wohl die Softwarefirmen, an wen wird dann wohl die Rechnung gesendet? An die Gastronomen, die ums überleben kämpfen, an die Regierung die die mehrarbeit zu verantworten hat oder bleiben die Softwarefirmen gar auf den Kosten sitzen?

---

Vielen dank fürs einschalten! Bis zur nächsten Ausgabe von Philipp Kommentiert. Alle Meinungen und Aussagen sind als Kommentar bzw. Leserbrief zu erwähnten Artikeln zu verstehen. Alle Aussagen wurden sorgfältig recherchiert, erfolgen dennoch ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit bzw. Richtigkeit.

Shownotes

  • Der Standard vom 12.05.2020 - Artikel “Gastronomie im Dschungel der Entlastungen”
  • Regierungsklausur in der Woche vom 15.06.2020