Blog | Philipp Haidenbauer

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Zivildienst - ein Rueckblick

Posted at — Nov 5, 2015

9 Monate, das sind (in meinem Fall) 273 Tage. Eine lange Zeit, wenn man so will. Warum habe ich das Rote Kreuz gewhlt? Was erlebt man in 9 Monaten Rettungsdienst? Welche Erinnerungen bleiben hngen? Gute Fragen, die ich mir mit diesem Post von der Seele schreiben mchte, wobei, dass hrt sich doch etwas zu negativ an. Was solls ;)


Montag der zweite Februar 2015

Ich wusste dieser Tag wrde kommen, ich habe nur nicht damit gerechnet das 7 Monate, die ich vor dem Zivildienst in einer Firma gearbeitet habe, so schnell vergehen knnen. Die Nacht hatte ich natrlich kaum geschlafen, wie auch, immerhin wartete wiedereinmal etwas neues und unbekanntes auf mich. Glcklicherweise hatte meine Mutter eingewilligt am ersten Tag des Zivildienstes mit zur, mehr oder weniger, “Einschulung” in das kleine Drfchen Laubegg (in der Nhe von Leibnitz) zu kommen.

Da stand ich dann also, in Laubegg, neben zrika 100 anderen, die selbst auch keinen wirklichen Plan hatten, was in den nchsten Stunden, dieses ersten Zivildiensttages, passieren wrde.

Nach einigen Stunden war das ganze aber auch vorbei. Neben der Dienstuniform wurde uns auch der Plan der nchsten Wochen vorgestellt.

Dienstag der dritte Februar 2015

Immer noch ein wenig unausgeschlafen und mde begann der Tag, so wie der vorherige (und auch die nchsten) um 8 Uhr in Laubegg, in einem Unterrichts-Saal. Neben sehr viel Theorie und dem gleichen ausma an Praxis wurden uns die Grundkenntnisse der Menschlichen Anatomie und des Krpers gelehrt. Neben den “typischen” Krankheitsbilder wurde uns auch erklrt, welche Rechtlichen Grundlagen es im Rettungsdienst bzw. Sanittsdienst gibt. Natrlich durfte auch ein eigener Vormittag ber Hygienemanahmen und Desinfektion nicht fehlen. Auch Persnlichkeitsbildung und der Umgang mit Menschen war ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung.

der Rest des Februars und der Mrz

Nach 160 Theorieeinheiten in Laubegg ging es Anfang Mrz das erste mal auf die Dienststelle. Am ersten Tag nach der theoretischen Ausbildung denkt man erstmal, man ist nur auf der Dienststelle und es wird einem erklrt was wo ist und wer wer ist. Denkste.

Uns wurde zwar schon erklrt was wo und wie wer, aber dann ging es auch direkt ins Praktikum. Ich hatte das Glck gleich gute 7 oder 8 Stunden mitfahren zu knnen. Und wie knnte es auch anders sein, natrlich am ersten Tag es Praktikums, komplett neu, schchtern und unerfahren,

die erste Blaulicht fahrt.

Die Meldung lautete, sofern ich mich richtig erinnere: “Verkehrsunfall mit 6 leicht Verletzen”. Wir sind als zweiter RTW (Rettungswagen) hingeschickt worden. Ein anderer und die Polizei waren bereits vor Ort. Also runter in die Grage und rein in Auto. Als Praktikant hat man zu beginn das Vergngen erstmal im Auto hinten zu sitzen, also gegen die Fahrtrichtung. Mein Puls war zu diesem Zeitpunkt wohl jenseits von gut und bse, aber dennoch muss ich im nachhinein zugeben, das ich Froh bin, an diesem ersten Praktikumstag, meine erste “Blau-Fahrt” hinter mich gebracht zu haben.

Zurck zur Anfahrt. Wir waren, ich muss zugeben ich weis es nicht mehr, einige Minuten unterwegs und trafen dann, wie schon erwhnt als zweiter RTW am Unfallort ein.

Drei Autos sind sich nacheinander Aufgefahren. Man kann sich das so vorstellen (und so war es auch) Auto A will Traktor X berholen (auf einer Strecke wo man nicht wirklich berholen kann). Auto B schliet sich Auto A an. Dann kommt noch Auto C und will auch “mitberholen” und es kam natrlich was kommen musste. Auto A kommt etwas anderes entgegen und Auto A macht eine Vollbremsung. Auto B ist zu nah an Auto A und fhrt diesem auf, selbiges mit Auto C auf Auto B. Glcklicherweise ist niemanden etwa schlimmes passiert obwohl Auto B einige Zentimeter an lnge verloren hat.

Damit aber genug zur ersten “Blau-Fahrt”.

Der Rest des Praktikums

Verlief eigentlich relativ “normal”? Kann man das so sagen? Die ein oder andre “Blau-Fahrt” und sonst “nur” normale sanittsdienstliche Fahrten.

Die Prfung zum Rettungssanitter

War wiederum einen Monat spter, genauer gesagt Anfang April 2015. Natrlich, wie vor jeder andren Prfung auch, fing einige Tage davor der Stress an. Aber am Prfungstag selbst, war ich eigentlich relativ ruhig. Viele der ca. 100 Anwerber stellten sich zuerst zu den praktischen Prfungen bzw. Prfern. Ich habe natrlich meine Chance gesehen und habe erstmal die theoretischen Teile abgeschlossen. Erst danach musste ich mich nur mehr kurz fr die praktischen Teile anstellen. Im ganzen war die Prfung durchaus schaffbar, und ich bin auch mit ausgezeichnetem Erfolg durchgekommen. Nach zirka zwei oder drei Stunden ging es wieder zurck auf die Dienststelle um den Erfolg kund zu tun. Der wurde natrlich mit zwei darauffolgenden Tagen Hausdienst belohnt (Der einzige Hausdienst den ich je im Rot-Kreuz-Dienst machen musste).

Die Zeit nach der Prfung

Verging rasend schnell, und so bin ich nun hier und schreibe diesen Bericht vier Tage nach ende meines Zivildienstes.

Am Schluss

Mchte ich noch ein danke an alle Kollegen / Kolleginnen richten, die mit mir die letzten 9 Monate verbracht haben. Es war eine Wundervolle Zeit, an die ich mich auch noch in Jahren mit Freude erinnern werde.

Ein herzliches danke frs lesen und bis dann!